Riesenfrust wegen Müllflut an Schulen

Rund um den großen Schulkomplex am Neustädter See gibt es seit Jahren Anwohnerbeschwerden wegen des zurückgelassenen Abfalls der Schüler. Jetzt sollen Lösungen her. Einige wurden auf einem Krisengipfel schon genannt.

Im Stadtteil Neustädter See brodelt es: Der Müll rund um die Schulen an der Pablo-Neruda-Straße ist seit Jahren ein großes Ärgernis für die Anwohner. Die Schuldigen für sie: Schüler, die in der Hofpause und in Freistunden – teilweise unerlaubt – das Schulgelände verlassen und dann überall ihren Abfall hinterlassen.

Diese Kritik musste sich jetzt der stellvertretende Schulleiter der IGS Regine Hildebrandt, Volker Schütte, in der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Neustädter See anhören. Das Bürgergremium beschäftigt sich immer wieder mit dem Thema Sauberkeit im Schulumfeld und hatte jetzt am Mittwoch zum Krisengipfel geladen, um endlich eine Lösung zu finden.

Stadtteilmanager Marcel Härtel erklärte zunächst, dass er es leid sei, Anwohner vertrösten zu müssen, die deswegen regelmäßig zu ihm kommen. „Es gibt enorm viele Beschwerden“, sagte er. Die Schüler würden sich in Hauseingängen oder im Innenhof des benachbarten Wohnblocks aufhalten und dort dann ihren Müll hinterlassen.

Deshalb forderte er nun von den Schulen endlich Maßnahmen, um die „Flut von Schülern“ im Wohngebiet einzudämmen. „Wie wollen Sie die Situation ändern?“, fragte er nach konkreten Ideen zum neuen Schuljahr und sah dabei vor allem die Lehrer in der Verantwortung, die seiner Ansicht nach ihrer Aufsichtspflicht besser nachkommen müssten.

Über 2.000 Schüler vor Ort

Neben der IGS sind an der Nerudastraße auch noch die Gemeinschaftsschule „Gottfried Wilhelm Leibniz“ sowie die Grundschule „An der Klosterwuhne“ zu finden, an denen insgesamt gut und gern über 2.000 Schüler lernen.

Zu welcher der Schulen die Schüler gehören, die den Abfall hinterlassen, könne man daher gar nicht so genau sagen, wies Volker Schütte hin, der als einziger Vertreter der Einrichtungen der Einladung zur GWA-Sitzung gefolgt war. Er erklärte zudem, dass er zum ersten Mal von der Dimension des Müllproblems im Stadtteil höre. Aktuell werde am Haupteingang des Schulgeländes eine neue elektrische Toranlage installiert, berichtete er weiter. Diese sei zwar eigentlich dazu gedacht, schulfremde Personen vom Gelände fernzuhalten, nachdem man in der Vergangenheit wiederholt Probleme damit hatte.

Das neue Tor sei dann ganztägig geschlossen. Nur wer sich anmeldet, kommt rein. „Das geht aber natürlich auch andersherum“, meinte Schütte. Sprich: Schüler sollen es dann schwerer haben, den Schulhof in der Pause unberechtigterweise zu verlassen.

Durch das große Gelände sei es aber schwierig, dies zu 100 Prozent zu verhindern. „Es ist kein Hochsicherheitsgefängnis“, erinnerte er. Für Freistunden gebe es Angebote, in denen sich Schüler beschäftigen können. Diese seien aber freiwillig und zudem personell begrenzt.

Eigene „Reviere“ reinigen

Weiterhin sei es angedacht, zusammen mit den Schülern „Reviere“ im Umfeld der Schulen einzuteilen. Die einzelnen Klassen hätten dann dafür die Verantwortung und würden dort einmal in der Woche für Ordnung sorgen. An anderen Schulen würde das bereits sehr gut funktionieren, sagte Volker Schütte. Das ginge aber nur, wenn Schüler und Eltern auch mitziehen, weswegen er nicht versprechen könne, dass das tatsächlich passieren wird.

Neuer Pausenhof ab Herbst

Bei den Eltern sieht der stellvertretende Schulleiter auch die Ursache für das Fehlverhalten der fraglichen Schüler. „Sie sind die Problemherde, die ihre Kinder nicht mehr sozialisieren“, sagte er. Die Schüler würden das Wissen, dass man Müll nicht einfach liegen lässt, aus dem Elternhaus oft gar nicht mehr mitbringen.

Auf die Frage, warum der zusätzliche Pausenhof an der Salvador-Allende-Straße, an dessen Stelle zuvor ein Imbiss stand, noch nicht von den Schülern genutzt wird, antwortete Volker Schütte, dass dieser noch nicht freigegeben sei. „Es werden demnächst noch Tischtennisplatten und eine Begrünung kommen“, erklärte er. Nach seiner Kenntnis soll die Fläche nach den Herbstferien genutzt werden können. Der Hof wird dann für die fünften Klassen reserviert sein.

„Wir sind auf jeden Fall auf ihrer Seite“, versicherte Volker Schütte der GWA-Runde. Er werde das Problem im Schüler- und Elternrat thematisieren und auch im Austausch mit den anderen beiden Schulen, sagte er.

Auf GWA-Seite war man mit den Ausführungen des IGS-Vertreters am Ende nicht gänzlich zufrieden. „Wir werden das beobachten“, schloss Sprecher Daniel Nordmann.

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Schulprojekt 1979/80, Klasse 4b, Neruda POS auf einen Blick
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