Neustädter See: Müllproblem spitzt sich zu

Das Naherholungsgebiet im Norden der Stadt lockt viele Besucher an – zurück bleibt oft Unrat. Der private Eigentümer beklagt auch Vandalismus. Der Container, den die Stadt bereitgestellt hatte, wurde angezündet.

Einen heißen Sommertag entspannt am Wasser verbringen, in der Sonne liegen – und ab und zu eine Abkühlung im See. Von dieser Idylle sind Besucher der inoffiziellen Badestellen rund um den Neustädter See inzwischen weit entfernt. Mülltüten, alte Isomatten, Plastikflaschen und andere Abfälle prägen das Bild der wilden Badestellen.

Bereits seit 2024 ist neben dem Gelände des offiziellen Erlebnisbads Strandparx Cable Island auch das Areal nördlich des Erlebnisbads, in welchem sich die informellen Strandabschnitte befinden, im Besitz des Inhabers vom Strandparx. Die Vermüllung dieses Grundstücks stelle bereits seit Jahren ein Problem dar, teilt Carsten Böhlecke, Inhaber des Erlebnisbads, mit.

„Obwohl sich die Fläche nunmehr in unserem Eigentum befindet, wird sie seit Jahrzehnten von vielen Menschen als frei zugängliche Badestelle genutzt.“ Aus diesem Grund sei es beinahe zur Selbstverständlichkeit geworden, die Strandflächen auf dem Privatgelände unbefugterweise in Anspruch zu nehmen. „Heute stehen wir vor der Situation, dass das Grundstück weiterhin unerlaubt betreten und als Badestelle genutzt wird“, so Böhlecke.

Hinweisschilder, die über die geltenden Eigentumsverhältnisse informieren sollen, seien immer wieder zerstört oder beschmiert worden. Also nutzen die Menschen die Strandabschnitte weiterhin. „Dabei werden regelmäßig Abfälle zurückgelassen, die für uns einen erheblichen zusätzlichen Reinigungs- und Kostenaufwand verursachen“, sagt Böhlecke.

Die Stadt teilt mit, sie sei nicht für das Grundstück zuständig, da es sich in Privatbesitz befände. „Für illegal abgelagerten Müll ist grundsätzlich der Grundstückseigentümer verantwortlich.“ Trotzdem habe die Stadt versucht zu unterstützen. „Die Landeshauptstadt hat dort letztmalig im vergangenen Jahr bei der Entsorgung mit einem Container unterstützt. Leider wurde dieser angezündet, was einen erheblichen Sachschaden für die Stadtverwaltung zur Folge hatte.“ In diesem Jahr werde es vonseiten der Stadt nicht zur Aufstellung eines Containers kommen, auch weil eine Zufahrt nicht mehr möglich sei.

Die Möglichkeiten, um das unbefugte Betreten des Areals zu verhindern, seien eingeschränkt. „Eine Einzäunung oder vergleichbare Sicherungsmaßnahmen sind uns aufgrund der geltenden rechtlichen Vorgaben nicht möglich“, so Böhlecke. Deshalb setzt er auf die Eigenverantwortung der Menschen. Man wünsche sich „mehr Rücksicht auf Natur und Eigentum sowie eine konsequentere Durchsetzung der bestehenden Regelungen“. Böhlecke appelliert an alle Besucher, ihren Müll wieder mitzunehmen: „Nur gemeinsam lässt sich die Situation nachhaltig verbessern.“

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