Immer mehr junge Menschen leben im Stadtteil Neustädter See. Im Norden Magdeburgs tut sich etwas. Der Stadtteil Neustädter See wächst, wird jünger. Doch reichen damit die bestehenden Angebote für Kinder und Jugendliche aus? Ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung zeigt: Die Zahl der unter 18-Jährigen im Stadtteil Neustädter See steigt – parallel zur Gesamtbevölkerung. Waren es 2021 noch 512 Kinder und Jugendliche (29,8 Prozent der Bevölkerung), wuchs ihre Zahl 2022 auf 609 (29,39 Prozent), 2023 auf 688 (29,64 Prozent) und 2024 auf 698.
Die Stadtratsfraktion SPD/Tierschutzallianz/Volt hatte vor diesem Hintergrund bei der Stadtverwaltung nachgefragt, worauf nun im Sozialdezernat eine Stellungnahme erarbeitet wurde. Sinngemäß darin die Aussage: Dank dem inzwischen 35 Jahre alten Oase ist der Stadtteil Neustädter See in Sachen Jugendarbeit keine verdorrte Wüste, sondern ein Ort, an dem junge Menschen sichtbar präsent sind. Grundlage der Einschätzung sind Daten aus dem Stadtteilreport 2021 sowie der Jugendhilfeplanung. Darin wurden umfangreiche Sozialindikatoren ausgewertet. Für die Sozialregion Nord – zu der neben dem Neustädter See unter anderem Neue Neustadt, Kannenstieg, Rothensee und Barleber See gehören – stehen derzeit sechs Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung.
Die Nachfrage ist hoch: 61.674 Nutzungen wurden 2022 gezählt, 80.094 im Jahr 2023 und 87.311 im Jahr 2024. Ein erheblicher Teil entfällt auf den Stadtteiltreff „Oase“ im Stadtteil Neustädter See: 12.354mal wurden im Jahr 2022 Angebote genutzt, 20.261 im Jahr 2023 und 20.595 im Jahr 2024. Rechnerisch entspricht das im Schnitt rund 100 Nutzungen pro Tag – bei etwa 700 unter 18-Jährigen aller Altersklassen im Stadtteil. Doch diese Zahlen haben ihre Tücken. Die Nutzungen werden anonym und auf die Angebote bezogen dokumentiert. Zudem lässt sich nicht seriös ermitteln, wie viele Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Angeboten haben. Themen könnten hier eine schlechte Erreichbarkeit, mangelnde Attraktivität oder schlicht individuelle Freizeitv esem Hintergrund ist, was Jugendliche selbst sagen. Eine fundierte Beteiligung der Jugendlichen fand zuletzt 2019 statt. Im Rahmen der Fortschreibung der Jugendhilfeplanung führte der Stadtjugendring Magdeburg Befragungen durch – in Einrichtungen, bei Veranstaltungen und online. Nun ist diese Erhebung schon ein wenig in die Jahre gekommen. Eine neue Bedarfsanalyse mit Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist im Rahmen der kommenden Jugendhilfeplanung ab 2027 vorgesehen.
(Anmerkung: vollständiger Artikel in der Volksstimme vom 13.01.2026)
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