Die Wasserqualität kippt, die Zukunft des Strandbades steht auf dem Spiel. Nach Jahren der Spekulation gibt es nun endlich erste klare Hinweise auf den Hauptverursacher.
Mehrfach wurde der Neustädter See in diesem Sommer wegen der Blaualgen gesperrt. Doch sie sind nicht das einzige Problem. Die immense Phosphatbelastung droht den See zu zerstören. Die Ursache scheint nach Jahren endlich gefunden.
„Im See wurde eine deutliche Phosphorbelastung festgestellt“, so Magdeburgs Pressesprecher Michael Reif auf Nachfrage. Einen klaren Verursacher nennt er aber nicht, er spricht von mehreren Ursachen: eine interne Freisetzung aus den Sedimenten, Nährstoffeinträge aus dem nordwestlichen Gartenbereich, Einträge aus dem Bereich der Schrote sowie Einflüsse aus der landwirtschaftlichen Umgebung.
Unterschiedliche Gründe
Einer der vier Gründe, die Reif auflistet, ist hauptursächlich die Nährstoffeinträge aus den Gartenanlagen. Denn genau das sollen die Messergebnisse ergeben haben.
Während der jüngsten Stadtratssitzung sprachen auch Tim Rohne (CDU/FDP-Fraktion) und Ronny Kumpf (AfD-Fraktion) genau das an – wenn auch zwischen den Zeilen. Rohne sei von Anliegern zugetragen worden, dass man schon sehr genau wisse, worin die hohen Phosphateinträge in den Neustädter See begründet seien „und dass man mit den Leuten im Gespräch ist“. Ähnlich formulierte es Kumpf, der fragte: „Schieben wir den See zu, wenn wir keine Ergebnisse haben?“
Die zuständige Bürgermeisterin und Beigeordnete für Schule, Sport und Kultur, Regina-Dolores Stieler-Hinz sprach von Vermutungen, die genauen Ergebnisse würden noch nicht vorliegen. Der Neustädter See sei ein komplexes ökologisches System, bei dem die Zusammenhänge teilweise eng miteinander verwoben seien. Deshalb habe die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Monitoring und verschiedenste Maßnahmen beauftragt, „um die Einträge mit Enterokokken sowie die Eutrophierung (starke Nährstoffeinträge) des Sees zu ermitteln“.
Abwasser aus Gärten
Unter anderem sei in diesem Jahr eine „Nährstoff-Frachtberechnung" beauftragt worden. Dabei sei es um die Frage gegangen, wie viele Nährstoffe von außen in den See gelangen, wie viele aus dem Sediment freigesetzt werden und wie viele über das Grundwasser wieder ausgetragen werden. Reif: „Die Ergebnisse liegen jetzt vor und werden zunächst ausgewertet. Zur Frage eines klaren Verursachers kann daher zum jetzigen Zeitpunkt keine eindeutige Aussage getroffen werden.“ Wie lange die Auswertung dauert, lässt er offen. Allerdings plane die Verwaltung, gemeinsam mit Vertretern der Städtischen Werke (SWM), noch einmal aktuelle Daten zur Abwasserentsorgung in den drei Kleingartenbereichen westlich des Sees zu ermitteln. Gegebenenfalls solle auch geprüft werden, wie die Abwasserentsorgung in den knapp 300 Parzellen erfolgt.
CDU-Stadtrat Tim Rohne wurde deutlich: „Ich erwarte, dass hier irgendwann mal Maßnahmen kommuniziert werden, wie es weitergehen kann.“ Und auch Roland Zander (Fraktion Gartenpartei) will endlich Ergebnisse sehen: „Das sind wir den Besuchern schuldig.“
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