Reporterbus auf dem Neustädter Platz

Der Reporterbus der Magdeburger Volksstimme ist gerade erst auf den Neustädter Platz gefahren, da stehen schon die ersten Leser bereit, um ihre Anliegen loszuwerden. Während Lokalchef Rainer Schweingel noch schnell einen Tisch aufstellt, hat Stadtteilreporter Stefan Harter bereits Notizbuch und Kugelschreiber gezückt.

 

MARLIES HOLLAND hat gleich einen echten Aufreger parat, der aktuell für einige Aufregung am Neustädter See sorgt. „Das Kranichhaus soll schließen“, berichtet die Anwohnerin aufgeregt. Die Einrichtung der Volkssolidarität ist seit vielen Jahren ein wichtiger Anlaufpunkt vor allem für die Senioren des Quartiers. Doch nun gab es die Kündigung zum Jahresende, wie sie vor wenigen Tagen erfahren hat. „Wo soll unsere Gedächtnistraining-Gruppe dann hin?“, fragt sich nicht nur Marlies Holland. Mit ihr kommen am Dienstagvormittag viele weitere Betroffene zur Sprechzeit am Volksstimme-Reporterbus. Sogar Unterschriften werden schon gesammelt. Der Stadtteilreporter verspricht, sich der Sache anzunehmen. Zugleich kann er direkt den Kontakt zu Stadtteilmanager MARCEL HÄRTEL vermitteln, der ebenfalls bei dem Termin vorbeischaut. Er hat sein Büro im Stadtteiltreff Oase, der im Fall einer Schließung des Kranichhauses als Alternative für die Damen in Betracht kommen könnte.

 

HELGA SCHETTGE schreibt seit 67 Jahren eigene Gedichte, die hin und wieder auch in der Volksstimme veröffentlicht werden. Wenn dann längere Zeit keines zu lesen ist, bekomme sie Nachfragen, ob sie gar nicht mehr dichte. Sie freut sich darüber, dass die Lokalredaktion auch über die positiven Dinge in den Stadtteilen berichtet.

EBERHARD KROGMANN hat sich einen kleinen Spickzettel mitgebracht, um keines seiner Anliegen zu vergessen. So vermisst er beispielsweise einen schönen Blumenladen, einen richtigen Fleischer und nicht zuletzt eine Eisdiele in Nord. „Warum stellt man nicht einen Stand mit Softeis auf dem Platz auf?“, fragt er. Abgesehen davon, sei er aber sehr zufrieden mit dem Stadtteil.

Hedda Karsten berichtet von ihren Problemen mit Lärm durch spielende Kinder. Diese würden immer mit dem Fußball gegen die Hauswand schießen, was nicht nur sie, sondern auch die anderen Bewohner des Blocks im Schrotebogen stören würde. Von ihrem Vermieter fühle sie sich ignoriert. Auch hier sagt der Stadtteilreporter zu, bei diesem nachzufragen, ob es eine Lösung geben kann.

 

BARBARA RATHKE bedankt sich zunächst, dass die Volksstimme so schnell ihr Anliegen zu Gutscheinen für das geschlossene Restaurant „La Perla“ in der Innenstadt aufgegriffen hatte. Gleiches erhofft sie sich nun auch für die Seeuferpromenade, die immer mehr zuwuchere. „Wenn ich dort entlanggehe, möchte ich auch den See sehen“, meint sie – ein weiteres Thema, das die Lokalredaktion aufgreifen wird.

ROSWITHA FRICKE hat kritische Anmerkungen zum Layout der Zeitung, das manchmal unglücklich sei. Nämlich, wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als ob das Hauptfoto und der Aufmacher auf einer Seite zusammengehören, thematisch aber gar nichts miteinander zu tun haben. Das müsste besser getrennt werden, befindet sie. Außerdem steht sie den Hochhausplänen am Neustädter See sehr kritisch gegenüber. „Wenn ich höre, dass dadurch der Stadtteil aufgewertet werden soll, werde ich wütend“, sagt sie. Denn dieser sei schließlich schon sehr schön.

 

KARIN UND SIEGFRIED JOBKE sind eigentlich Leser der Papierausgabe, mittlerweile aber auch immer größere Fans der digitalen Volksstimme. „Wir waren gerade in Frankreich im Urlaub. Da sind wir auch im Ausland immer darüber informiert, was zu Hause los ist“, freut sich das Ehepaar und weist auf noch einen Vorteil hin: „Wenn man zurück ist, hat man nicht so einen großen Stapel Zeitungen durchzugucken.“ Auch Nord als Wohnort loben sie sehr. Nur ein Café fehle im Kiez. Und die MVB könnten an der Haltestelle Neustädter Platz eine Digitalanzeige anbringen. „Gerade wegen der vielen Ausfälle und Verspätungen der Bahnen wäre das sehr hilfreich“, ist sich das Ehepaar einig. Die Volksstimme wird nachhaken.

LARS RICHTER berichtet den Reportern von seiner Sportleidenschaft, unter anderem als Fan des FCM. Aber auch die unteren Ligen hat er im Blick und wünscht insbesondere aus diesen Spielklassen noch mehr Berichte in der Volksstimme. TuS Magdeburg und BSV 79 sind da seine Favoriten. Ähnlich äußert sich

BERND RIEKE - Während seiner Jugendzeit war er passabler Fußballer und spielte einst in einer Studentenmannschaft mit späteren FCM-Größen wie Manfred Zapf zusammen. Die Sportberichte liest er deshalb besonders aufmerksam und wünscht sich insgesamt noch mehr Informationen in seiner Volksstimme, insbesondere aus Magdeburg.

 

GERD ALBRECHT wünscht sich eine Sanierung der Otto-Nagel-Straße. Sie war während der Bauarbeiten im Kannenstieg eine der Umleitungsstrecken und ist nun in einem denkbar schlechten Zustand. „Das hätte alles schon passieren können, andere Straßen sind auch saniert worden“, sagt er, „da hätte man das doch gleich mitmachen können“, ärgert er sich. Die Volksstimme wird auch zu diesem Punkt in den nächsten Tagen nachforschen.

ROBBIE MÜLLER hat auch Probleme mit dem Straßenverkehr, aber ganz anderer Art. Der passionierte Radfahrer wünscht sich mehr Blitzerkontrollen, damit Autos nicht so rasen. Das bringe mehr Sicherheit und weniger Lärm, erklärt der direkte Anwohner des Magdeburger Rings im Norden der Stadt. Die bisherigen Lärmschutzwände erfüllten ihren Zweck nicht. Man müsse sich nur mal an den Ring stellen, dann würde man hören, was da los sei an Krach. Motorradfahrer, die Rennen auf dem Ring fahren, trügen außerdem ihren Anteil zum Lärm bei. Mehr Kontrollen seien notwendig.

 

UTA BUCHHOLZ lobt den Bereich rund um den Neustädter Platz: „Es ist schön grün geworden hier. Hoffentlich bleibt das so. Cable Island ist auch sehr ansprechend gestaltet.“ Aber es gibt auch Kritik: Die Rattenplage muss noch mal angegangen werden, auch wenn die Anwohner durch das Füttern mit Schuld hätten. Zudem störten die „Trinker“ auf dem Neustädter Platz. Und es müssten mehr Bänke zum Verweilen aufgestellt werden. Die Volksstimme wird auch diese Themen recherchieren. Und mit einem Vorurteil will Uta Buchholz auch noch aufräumen: „Es wird immer auf die Ausländer geschimpft. Ich bin viel mit meinem Hund draußen und habe noch nie etwas Negatives erlebt. Ganz im Gegenteil: Ich erlebe viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von den Migranten.“

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