Der Norden blickt nach vorn

Der Magdeburger Norden ist mit dem Neustädter See und dem Zoo ein beliebtes Wohnquartier. Dennoch gibt es auch Herausforderungen. Die positiven und negativen Aspekte hat Stadtteilmanager Marcel Härtel im Blick. Er antwortet auf die Fragen von Volksstimme-Reporter Stefan Harter zu den Höhepunkten des Jahres 2025 und den Plänen und Themen für 2026.

Volksstimme: Was war der Höhepunkt 2025 für den Stadtteil?

Marcel Härtel: Höhepunkte gab es im Jahr 2025 mehrere. So feierte die Kita Kinderland den 50. Geburtstag, der Neustädter See, genauer gesagt das Strandbad, wurde 50 und die Oase hatte ihr 35-jähriges Bestehen. Aus meiner Sicht als Stadtteilmanager, Bürgervereinsmitglied und Bewohner waren das Stadtteilfest unter dem Motto „35 Jahre Oase“ und das dreitägige Event „50 Jahre Neustädter See“ die herausragenden Veranstaltungen im Jahresverlauf. Dabei ist der Einsatz freiwilliger und ehrenamtlicher Unterstützer hervorzuheben.

 

Welches negative Ereignis gab es?

Es gibt einige Entwicklungen, in denen negative Tendenzen und Folgen absehbar sind. Dabei kann man festhalten, dass es sich meist um gesellschaftliche Probleme handelt, welche sich in einem Stadtteil wie dem Neustädter See mehr widerspiegeln als in Stadtteilen beispielsweise in Zentrumsnähe. Wir leben in einer Plattenbausiedlung am Rande der Stadt, die sozialgesellschaftlichen Probleme schlagen dadurch vermutlich stärker durch. Dazu kommen eine politische Unterpräsenz in der Anzahl der Stadträte und eine fehlende Lobby, mit der Folge einer teilweise grotesken Außenansicht auf das Wohngebiet.

 

Der Zustand des Neustädter Sees beschäftigt viele. Was sollte passieren, um ihn wieder attraktiver zu machen?

Die Vorhaben vom Strandparx Cable Island finden im Stadtteil eine große Resonanz und positive breite Zustimmung. Nicht nur, weil dort ein touristisches Highlight für Magdeburg entstehen soll. In den Planungen werden die Bewohnerinnen und Bewohner einbezogen und mitgenommen. Ein absoluter Mehrwert für den Stadtteil und auch für den Neustädter See insgesamt, unter anderem was die Verbesserung der Wasserqualität betrifft.

 

Neue Hochhäuser am Seeufer haben im vergangenen Jahr die Anwohner beschäftigt. Welche Chancen könnten solche Projekte oder die von Wobau und MWG für den Stadtteil bieten?

Zwei Hochhausprojekte wurden 2025 vorgestellt. Das Votum der Einwohner und auch in den Abstimmungen ist eindeutig gewesen: einmal eindeutiger Zuspruch und einmal einstimmige Ablehnung. Bauprojekte können in vielfältiger Art und Weise Chancen für einen Stadtteil bedeuten. Entwicklungen sind notwendig und richtig. Der Punkt bei diesen Vorhaben ist der Umgang mit den direkt Betroffenen im Umfeld. In den Sitzungen der GWA Kannenstieg und Neustädter See bietet sich jedem die Möglichkeit, die Menschen in den Stadtteilen frühzeitig mitzunehmen, sie zu informieren, sie zu beteiligen und sie zu hören.

Die Wobau und die MWG haben diese Chancen genutzt. Die Ideen für das Schrotebogen-Quartier wurden frühzeitig vorgestellt, die Hinweise der Menschen ernst genommen und teilweise in die Planungen einbezogen. Im Quartier Otto-Nagel-Straße/Johannes-R.-Becher-Straße wurden Maßnahmen getroffen, die aus Gesprächen mit der GWA und dem Stadtteilmanagement hervorgingen. Die Chancen für eine gute städtebauliche Entwicklung erhöhen sich aus dem Zusammenspiel zwischen Stadt, Eigentümern und Bewohnerschaft.

 

Was wird 2026 ein wichtiges Thema im Stadtteil sein?

Der derzeitige Umgang mit dem Strandparx wird die GWA Neustädter See beschäftigen. Der Bürgerverein Nord hat seine Unterstützung für die Vorhaben zugesagt. Als Stadtteilmanager werde ich mich weiter für die baulichen Vorhaben einsetzen, die Infrastrukturmaßnahmen begleiten, für Kommunikation werben und die Projekte und Veranstaltungen unterstützen.

 

Welche sind die größten Herausforderungen im Stadtteil?

Strukturelle Entwicklungen müssen politisch möglich gemacht werden. Wir werden die Systeme (Bildung, Arbeit, Demografie, Integration) nicht oder nur wenig beeinflussen können. Was wir uns auf die Fahnen schreiben können, das Gemeinwesen im Stadtteil zu fördern, den Menschen zuhören und versuchen zu vermitteln und Probleme sachlich und lösungsorientiert anzusprechen. Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist es, Angebote zu schaffen. Mit den zahlreichen großen und kleinen Projekten und Veranstaltungen möchten wir den Menschen immer wieder eine soziale Teilhabe oder einen kurzen Ausflug aus dem Alltag ermöglichen.

 

Was wünschen Sie sich, was 2026 im Stadtteil passieren sollte?

Die Vorhaben des Strandparx sollten gefördert statt behindert werden. Damit ergeben sich Chancen für den Stadtteil und für den See. Das Engagement vieler Bewohnerinnen und Bewohner sollte über den Stadtteil hinaus gesehen und wertgeschätzt werden.

Nord ist mehr als ein „sozial benachteiligter Stadtteil“. Die negative Grundtendenz ortsfremder Personen dient vielleicht deren eigener Profilierung oder Stimmungsmache, trifft jedoch nicht auf die Menschen zu, die sich tagtäglich, meist ehrenamtlich, engagieren. Respekt sollte diesen Menschen entgegengebracht werden. Sie erkennen die Probleme im Stadtteil und setzen mit ihrem Tun immer wieder positive Akzente.

 

Welche Veranstaltungen können sich die Nordlichter für 2026 vormerken?

Der Bürgerverein Nord hat seine ersten Termine veröffentlicht. Das Stadtteilfest, der Lauf am Neustädter See oder der Lampionumzug werden als erste Höhepunkte des Vereins vorbereitet.

Die Strukturen innerhalb des Netzwerkes in beiden Stadtteilen sind so gewachsen, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner auf zahlreiche Projekte und Veranstaltungen in diesem Jahr freuen können.

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Kommentare: 1
  • #1

    Gast (Donnerstag, 29 Januar 2026 15:40)

    Nord: Sehr viel Schmutz, Unrat und Müll auf den Straßen. Ecke Ziolkowskistr/ A.- Schweitzer Str. Wird eine Trinkerholzbude " genehmigt" wo schon Morgens Alkohol konsumiert wird, statt an die Arbeit zugehen. Neustädter Platz : Verlumpte Typen blockieren die Bänke dort um saufen zukönne. Abfall bleibt liegen.
    Lübeckerstr.: Ausgespuckt Hüllen v. Sonnenblumenkerne, Müll , Kippen, herumlungernden junge Einwanderer, keine Wohfühlumgebung . Arbeitslose unqualifizierte Hilfeempfänger sollten zur Reinigung und Pflege der Straßen und Plätze
    herangezogen werden. Weshalb passiert diesbezüglich nichts ?

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